Kurzreise ins Allgäu: Entspannen, wandern und andere tolle Aktivitäten im Allgäu

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Kurzreise ins Allgäu: Entspannen, Wandern und andere tolle Aktivitäten im Allgäu

Eine Kurzreise ins Allgäu ist zu jeder Jahreszeit ein besonderes Erlebnis. Dabei hat jede Allgäuer Region ihren eigenen Charme. Da ist das an den Bodensee angrenzende Westallgäu mit seiner sanften Hügellandschaft. Das Oberallgäu lockt mit höheren Bergen und reizenden Orten. Im Ostallgäu wandern Kurzurlauber auf königlichen Pfaden in traumhafter Kulisse.

Kurzreise ins Allgäu – Natur pur, Sehenswürdigkeiten und gelebte Tradition

Ein Kurzurlaub im Allgäu ist Balsam für die Seele. Der Kurztrip ins Allgäu ist wie eine Fahrt in eine vergangene Zeit mit einem anderen Takt. Die südlichste Idylle Deutschlands kann dabei auf eine wechselhafte Geschichte zurückblicken. Im Westen ist das Allgäu alemannisch geprägt durch das St. Gallener Lehen. Zahlreiche Burgen entstanden im Spätmittelalter, deren Ruinen heute noch zu besichtigen sind. Seit dem Einmarsch der Truppen Napoleons ist das Allgäu geteilt. Ein kleiner Teil im Westen gehört zu Baden-Württemberg. Der Löwenanteil liegt in Bayern, genau gesagt im Regierungsbezirk Schwaben. Landschaftlich hat sich das Allgäu von einer blauen zur grünen Landschaft gewandelt. Der Flachsanbau wich der Viehwirtschaft zur Käseherstellung. Dafür steht eine der beliebtesten Ferienregionen Deutschlands noch heute: Berge, Kühe, Käse. Dabei lockt viel mehr zu einer Kurzreise ins Allgäu – kein Wunsch bleibt offen.

Sehenswertes Allgäu

Bei einem Kurzurlaub im Allgäu gibt es einiges zu sehen und zu erleben. Da sind einerseits die baulichen Sehenswürdigkeiten und andererseits die spektakulären Naturschauspiele.

Cambodunum (Kempten)

Ein Kurztrip ins Allgäu beginnt meist in der kreisfreien Stadt Kempten. Die ehemalige Römerstadt zählt zu den ältesten Städten Deutschlands. Sie ist die einzige Metropole im Allgäu und verbindet Sightseeing mit Shopping. Sehenswert sind die Prunkräume in der einstigen Fürstäbtlichen Residenz mitten im Zentrum. Spannend ist auch eine Reise in die römische Vergangenheit der Stadt. Im Archäologischen Park Cambodunum sind Überreste des Tempelbezirks, des Forums mit Basilika und der kleinen Thermen deutlich zu erkennen. Führungen gibt es jedoch nur sonntags um 11 Uhr. Kleiner Tipp am Rande: Am ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt in die Museen Kemptens kostenlos.

Basilika in Kempten
Basilika in Kempten

Hügeliges Westallgäu oberhalb des Schwäbischen Meeres

Bei einem Kurztrip ins Allgäu wird das Westallgäu oft stiefmütterlich behandelt – völlig zu Unrecht. Die sanfte Hügellandschaft grenzt an den Bodensee, das schwäbische Meer. Lindau ist gleichzeitig Verwaltungssitz des Westallgäus. Wer einen Kurzurlaub im Allgäu zur naturverbundenen Erholung nutzen möchte, ist im Westallgäu richtig.

Skywalk Allgäu

Im westlichsten Zipfel des Allgäus, in Scheidegg, zieht der Naturerlebnispark Skywalk Touristen an. Auf etwa 540 Metern Länge und in 40 Metern Höhe eröffnen sich fabelhafte Ausblicke auf Natur und Bodensee. Der Baumwipfelpfad ist nicht kostenlos, das Erlebnis lohnt sich aber allemal.

Skywalk Allgäu
Skywalk Allgäu

Eistobel

Zwischen Maierhöfen und Grünenbach liegt das einzigartige Naturschutzgebiet Eistobel. Der Besuch ist im Sommer und Winter ein Erlebnis. An heißen Sommertagen bietet der schattige Tobel tosende Wasserfälle, die in Gumpen stürzen. Die Schlucht ist jedoch auch im Winter spektakulär. Dann wird aus Wasser Eis und riesige Eiszapfen verwandeln den Tobel in eine Märchenlandschaft.

Eistobel
Eistobel

Bergiges Oberallgäu mit tiefen Felsschluchten

Ein Kurztrip ins Allgäu führt oft in seinen westlichsten Ort Oberstaufen und sein südlichstes Kleinod Oberstdorf. Oberstaufen lebt von seiner mondänen Vergangenheit. In den Achtziger Jahren war es ein Promi-Ort, dessen Nachtleben gut betuchte Gäste anzog. Heute verbringen dort viele Schweizer ihren Kurzurlaub im Allgäu. Sie genießen in erster Linie die regionale Küche, die zahlreichen Golfplätze und das Nachtleben.

Heimatmuseum beim Strumpfar

Wer eine Kurzreise ins Allgäu plant, landet oft in den zahlreichen Wellnesshotels von Oberstaufen. Direkt im Ort steht das Heimatmuseum beim Strumpfar. Touristen erfahren dort, wie sich das Leben der Strumpfwirker bis 1923 abspielte. Das ehemalige Bauernhaus ist im Urzustand erhalten und bildet die damalige Zeit perfekt ab. Wer in Oberstaufen ist, sollte sich das Heimatmuseum mit Spinnrad, Strumpfwirkerstuhl und Zwirnmühle nicht entgehen lassen.

Bergbauernmuseum

Eine Kurzreise ins Allgäu wäre nicht komplett, ohne das Leben der Bergbauern kennenzulernen. In Diepolz steht auf 1.000 Metern Höhe das Allgäuer Bergbauernmuseum. Oberhalb von Immenstadt genießt der Kurzurlauber einen wunderbaren Blick in die Allgäuer Alpen. Dabei zeigt das Freilichtmuseum nicht nur das harte Leben der Älpler, sondern auch die moderne Landwirtschaft. Spannend, auch für Kinder, sind die Tiere, der begehbare Kuhmagen und die Höfle-Alpe mit Sennküche.

Breitachklamm

Ein Muss bei einem Kurztrip ins Allgäu ist die tiefste und imposanteste Felsenschlucht in Mitteleuropa. Die Breitachklamm liegt bei Oberstdorf und ist touristisch perfekt erschlossen. Gesicherte, teils sehr schmale Wege führen durch die Traumlandschaft. Das Donnern des tosenden Wassers im Sommer und die glitzernde Märchenwelt im Winter beeindrucken jeden Besucher. Wer alles sehen möchte, auch die geheimnisvollen Höhlen, nimmt den Rundwanderweg. Die gewaltige Schlucht lässt auch immer wieder beeindruckende Blicke auf die Oberstdorfer Bergwelt zu.

Breitachklamm
Breitachklamm

Königliches Ostallgäu mit prächtigen Bauten

Ein Kurzurlaub im Allgäu bedeutet immer auch einen Ausflug ins Ostallgäu. Der führt in der Regel zur berühmtesten Sehenswürdigkeit der Welt: Schloss Neuschwanstein. Im Ostallgäu ist König Ludwigs Bayern in seinen Denkmälern noch allgegenwärtig. Eine Kurzreise ins Allgäu ist auch eine Fahrt in diese idyllische Landschaft. Dazu gehört ebenfalls ein Besuch von Füssen mit seiner malerischen Altstadt.

Auf den Spuren König Ludwigs II

Die Reise in die Märchenwelt König Ludwigs II beginnt auf Schloss Hohenschwangau bei Füssen. Sein Vater, Maximilian II König von Bayern, ließ 1832 das Schloss als Sommerresidenz wiederaufbauen. Ein Teil kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Schloss Hohenschwangau diente König Ludwig II als Vorbild für seine Märchenschlösser. Sein bekanntestes setzte er auf einen Felsen in die unmittelbare Nachbarschaft von Schloss Hohenschwangau.

Schloss Hohenschwangau
Schloss Hohenschwangau

Der Grundstock für Schloss Neuschwanstein wurde 1869 gelegt. Bereits von außen imposant und beeindruckend – vor allem von der Marienbrücke aus betrachtet – überwältigt das Innere des Schlosses. Geführte Touren gehen durch den prachtvollen Thron- und Sängersaal mit Motiven aus den Wagner-Opern. Den Abschluss der „König Ludwig-Tour“ im Ostallgäu bildet Burg Falkenstein. Auf einen 400 Meter hohen Felsen bei Pfronten gebaut, ist sie die höchstgelegene Burgruine Deutschlands. Aufgrund des frühen Todes von Ludwig II wurde die Burganlage nie fertiggestellt. Heute kann der Besucher auf einer Aussichtsplattform den faszinierenden Blick über das Vilstal genießen.

Schloss Neuschwanstein
Schloss Neuschwanstein

Auch das bedeutet eine Kurzreise ins Allgäu: Natur pur und Tradition

Das Allgäu ist mit seiner Natur prädestiniert dafür, um einfach einmal abzuschalten. Das geht in der ursprünglichen Landschaft beim Sport, in Wellnesshotels oder einfach nur beim Blick auf die beeindruckende Bergkulisse.

Sport und Spaß im Allgäu

Die hügelige bis bergige Landschaft ist wie geschaffen zum Wandern und für Bergtouren. Im Westallgäu lässt sich die Nagelfluhkette vom Vorarlberger Hochhäderich bis Immenstadt in einer Tagestour bewältigen – Kondition vorausgesetzt. Höhere Berge, wie das Nebelhorn oder die Mädelesgabel, locken im Oberallgäu zu Bergtouren. Das Ostallgäu bietet mit dem Tegelberg und dem Breitenberg perfekte Aussichtsberge. Die meisten höheren Berge sind mit Seilbahnen oder Sesselbahnen erschlossen. So kommen auch Gleitschirmflieger bequem in die Höhe. Wer nicht so hoch hinaus will, marschiert auf gut ausgeschilderten Wanderwegen im Tal.

Wandern im Allgäu
Wandern im Allgäu

Radfahrer finden im Allgäu ebenfalls ihr Mekka. Kilometerlange Radwege und ruhige Nebenwege machen das Radfahren zu einem Erlebnis. Für Abkühlung sorgen im Sommer zahlreiche Bäche und Gumpen. Aber auch Badeseen laden zum Verweilen ein. Die bekanntesten sind der Alpsee bei Immenstadt und der Hopfensee bei Füssen. Hier kommen auch Surfer und Segler auf ihre Kosten. Im Winter verwandelt sich die Landschaft in ein Wintersport-Paradies für Skifahrer, Langläufer, Tourengeher und Winterwanderer.

Skifahren im Allgäu

Gelebte Tradition

Eine ganz besondere Tradition zieht zahlreiche Besucher zu einer Kurzreise ins Allgäu: die Viehscheid. Der Alpabtrieb hat sich zu einem riesigen Spektakel entwickelt. Während der Alpauftrieb im Mai praktisch unbemerkt abläuft, begleiten Tausende Touristen den Alpabtrieb im September. Wenn der Sommer zu Ende geht, kehrt das Vieh ins Tal zurück. Die Leitkuh erhält zu diesem Anlass einen kunstvollen Kopfschmuck. Nachdem die Kühe im Tal ihren Besitzern übergeben wurden, wird bei Musik, Tanz und Allgäuer Spezialitäten ausgiebig gefeiert.

Viehscheid
Viehscheid

Eine Kurzreise ins Allgäu ist übrigens auch für Hundebesitzer und Familien bestens geeignet. Für Kinder gibt es perfekt zugeschnittene Freizeitangebote. Hunde lieben es, durch Wiesen zu tollen und auf einsamen Pfaden zu laufen. Das Allgäu lässt sich beschreiben, aber seiner Faszination erliegt nur, wer es besucht. Eine Kurzreise ins Allgäu, dem idyllischen südlichen Zipfel Deutschlands, lohnt sich immer.